Traurige Realität

Viele ältere Menschen sind der Meinung, dass Sport keine Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben kann. Das es schlauer ist, sich regelmäßig mit Schmerzmitteln zu versorgen. Auch der Orthopäde meinte zu mir, es sei traurig mit anzusehen und eigentlich würde er diesen Leute den Sport gerne aufzwingen.
Jetzt stell ich dir die Frage: Willst du dir im Alter noch selbst die Haare kämmen können? Willst du dir im Alter noch selbst die Schuhe zubinden können? Willst du im Alter ohne Probleme aus dem Bett aufsteigen und aus dem Stuhl aufstehen? Ich hoffe doch, dass du das willst!
Es ist dementsprechend traurig zu hören, dass nicht einmal 20% der über 60jährigen Sport machen!

Ich muss zugeben: Ich kann dich ein wenig verstehen. Ich bin gerade selber am Studieren. 30 Stunden Arbeit die Woche, tausende Seiten zu Lesen. Und das Lernen hat ja auch Vorrang vor dem Sport, vollkommen klar. Doch Sport ganz aus dem Tagesplan zu streichen ist falsch.. und kann dich sogar am Lernen hindern.

Es gibt einige Studien zu dieser Aussage. Kurz gefasst war das Ergebnis dieser Studien, dass die Testpersonen, die während des Lernens weiterhin ihren Sport gemacht haben, deutlich mehr Lernstoff behalten haben. Das ist auch ganz leicht begründet: Sport treibt nicht nur deinen Körper auf Höchstleistung, sondern auch deinen Kopf. Sport fördert ohne Zweifel die Leistungsfähigkeit deines Gehirns. Also wenn dein Kopf mal vor Algebra anfängt zu Dampfen, gönn dir ’ne Pause. Mach Sport.

Der Begriff Seniorensport

Unter Sport im Alter fällt meist der Begriff „Seniorensport“. Welches Bild hast du als erster im Kopf, wenn dieser Begriff fällt? Richtig, wahrscheinlich zehn ältere Herrschaften, die mit kleinen Bällen in der Hand im Kreis durch den Raum rennen und dabei Schlager hören. Falls das zu einem deiner Albträume gehört, kann ich dich beruhigen: Das Seniorensport automatisch lasch ist stimmt nämlich absolut gar nicht!

Das Wichtigste spielt sich im Kopf ab: Denn es ist egal, ob du 20, 40, 60, 80 oder sogar 100 Jahre alt bist. Sport wird dir immer dabei helfen fit zu bleiben. Es gibt kein „zu alt für Sport“ sein. Denn eigentlich wird Sport mit fortschreitendem Alter immer wichtiger! Schließlich baut der Körper Muskeln ab, die Knochendichte verringert sich und das Herz macht auch nicht mehr ganz die Arbeit von vor 20 Jahren. Sogar gegen Demenz hilft Sport – das haben zahlreiche Studien bewiesen. Demnach ist Sport nicht nur ein Weg um körperlich, sondern auch um geistig fit zu bleiben. Alt werden und dabei gesund bleiben – klingt doch fast wie ein Traum, oder?

Selbst wenn du bisher sportlich nicht aktiv warst ist das gar kein Problem – du kannst jederzeit damit anfangen. Für eine Änderung deines Körpers zum Wohle deiner Gesundheit steht nie etwas im Weg.

Exkurs: Genetik

Es kommt übrigens auch nicht auf die Genetik an. Eine Person mit schlechter Genetik zum Alt werden kann dennoch älter werden als eine mit einer guten Genetik – solange sie sportlich aktiv bleibt. Je weniger Sport du treibst, desto schwieriger wird auch der Alltag für dich. Ebenso wirkst du typischen Krankheiten wie Osteoporose, Diabetes und Arthrose aktiv entgegen.

Welche Sport ist der Richtige?

Such dir zu Beginn einen Sport, der dir Spaß macht. Es bringt nichts sich zu Beginn zu quälen, dadurch verlierst du möglicherweise bloß an Lust. Außerdem solltest du deine Ziele sehr realistisch halten – es geht schließlich auch nicht um irgendwelche Muskelberge, Rekorde oder Siege. Es geht darum, im Alter fit und gesund zu bleiben.

Versuch es doch zunächst einmal mit Walken oder Schwimmen. Auch Radfahren erfreut sich großer Beliebtheit als guter Einsteigersport. Hier wird der Kreislauf optimal gefordert und das Herz effektiv trainiert. Sollte dir das alleine trainieren zunächst Unsicherheit bringen, kannst du dich auch bei einem Gruppensport anmelden. Sicher gibt es in deiner Nähe Gruppen, die sich regelmäßig zum Radfahren, Schwimmen oder Wandern treffen. Solltest du bereits ein Problem – beispielsweise ein schmerzendes Knie – besitzen, kannst du dir von deinem Orthopäden Rehasport verschreiben lassen. Dieser findet immer in Gruppen unter Führung eines ausgebildeten Trainers statt und wird von der Krankenkasse übernommen.

Es gibt keinen optimalen Sport für das hohe Alter. Ausdauersport und Kraftsport sind gleichermaßen wichtig zum Erhalt der Gesundheit. Denn sowohl das Herz, als auch die Muskulatur müssen regelmäßig gestärkt werden um fit zu bleiben. Auch die Mobilität solltest du nicht vernachlässigen.

Ein wichtiger Faktor ist ebenso die Koordination. Diese lässt im Alter deutlich nach, viele ältere Menschen können nicht mehrere Sekunden auf einem Bein stehen. Das Training hilft die Zusammenarbeit von Nerven und Muskulatur zu verbessern. Hier ist es bereits eine große Hilfe genau das jeden Tag zu üben und sich öfter mal auf ein Bein zu stellen!

Besonders bei bereits vorhandenen Rückenschmerzen bietet es sich an ein medizinisches Fitnessstudio aufzusuchen und sich hier ein wenig durchchecken zu lassen. Die Trainer dort sind in der Lage dir die richtigen Übungen zu geben. Deine Schmerzen werden der Vergangenheit angehören und auch präventiv für die nächsten Jahre wird dein Körper fit bleiben. Keine Angst mehr vor Arthrose oder Bandscheibenvorfällen.

Worauf sollte ich achten?

Wenn du im Alter mit dem Sport beginnst solltest du auf ein paar Dinge achten. Wichtig ist, dass du dich langsam herantastest. Das bedeutet: Am ersten Tag keine 10kg-Hantel in die Hand nehmen und keine 20km Joggen! Lieber am ersten Tag 20 Minuten Walken, am zweiten Tag 21 Minuten Walken, und so weiter!

Es ist zudem ratsam, dass du dich vorher einmal von deinem Arzt untersuchen zu lassen. Der kann eine Vorsorgeuntersuchung mit dir durchführen. Diese beinhaltet unter anderem einen Ruhe-EKG und einen Belastungs-EKG. Lass dich hierzu am besten einmal von deinem Arzt beraten. Dieser kann dir deinen Trainingspuls und andere wichtige Tipps sowie gut geeignete Sportarten für dich nennen.

Ebenso solltest du den Arzt aufsuchen, wenn dir bereits Einschränkungen bewusst sind – wie beispielsweise ein hoher Blutdruck. Oder aber auch wenn beim Sport Probleme wie Schwindel, Krämpfe oder Schmerzen auftreten.

Als Merksatz gilt man: Sport im besten Fall an frischer Luft, auf sicherem Boden und in Begleitung einer erfahreneren Person und einer Trinkflasche. Dann kannst du nicht viel falsch machen!

Fassen wir zusammen: Deine gesamte Lebensqualität hängt stark von deiner Bewegung ab. Wer sich bewegt, bleibt fit. Ganz einfach. Wichtig ist, seine Muskulatur zu kräftigen, sein Herz zu stärken, die Mobilität zu erhalten und die Koordination zu schulen. Hierfür gibt es keine Zauberpille und kein Schmerzmittel. Hier hilft einzig und allein regelmäßiger Sport und Bewegung.

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