Was wir alle gemeinsam haben

Wie unterschiedlich wir auch sind, eins haben wir alle gemeinsam: Wir atmen. So lange wir leben, ohne großartig darüber nachzudenken. Atmen schenkt uns Lebensenergie. Die Art und Weise wie wir Atmen ist entscheidend für unsere Gesundheit. Ein erwachsener Mensch atmet durchschnittlich zwölf Mal pro Minute ein und aus. Die richtig Atmung hilft die Zellen effektiv mit Sauerstoff zu versorgen. Gifte werden abtransportiert. Du fühlst dich gesund und stark. Du bist leistungsfähig, sowohl körperlich, als auch geistig.

Doch die Allgemeinheit atmet leider nicht richtig. Sie atmet oberflächlich und verkrampft. Der Stress und die Ängste der Menschen sorgen für eine durchgehende Erhöhung der Atemfrequenz. Der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff und baut zu wenig Kohlendioxid ab. Die Muskeln verspannen sich nach und nach.

Bestimmt kennst du das: Du hast einen stressigen Tag und am Abend machen sich Nackenschmerzen bemerkbar und deinen Schlaf in dieser Nacht kannst du nicht gerade als erholend beschreiben. Du kannst dich jetzt entweder massieren lassen und eine Woche später wieder Probleme haben. Dir einen perfekt auf dich zugeschnittenen Trainingsplan erstellen lassen. Doch starte lieber bei den simplen Dingen. Lenke dein Bewusstsein auf eine gesunde Atmung.
Deine Atmung ist untrennbar mit deinem Emotionen und deiner Situation. Ob Unwohlsein durch Angst, Stress oder Panik, die Atmung arbeitet mit. Problematisch wird es wenn wir dieses Unwohlsein für lange Zeit haben und wir dauerhaft eine Stressatmung ausüben. Die Verspannungen sind vorprogrammiert. Sie schleichen sich Tag für Tag immer mehr ein. Wir atmen nicht mehr in den Bauch. Meist atmen wir nur in den Brust- und Schulterbereich. Das Zwerchfell, der wichtigste Atemmuskel, kann sich nicht mehr so stark ausdehnen. Normalerweise hebt und senkt es sich bei jedem Atemzug. Dabei massiert es die Bauchorgane, sorgt so für eine bessere Durchblutung und ermöglicht die Ausdehnungsfähigkeit der Lunge. Durch die natürliche Bauchatmung werden die Lungen bis in die Tiefe mit Luft gefüllt und das Zwerchfell in Bewegung gesetzt. Dies führt zu einer besseren Zirkulation und einer natürlichen Massage der inneren Organe.

Stress zerstört unsere Atmung

Die Atmung ist unbewusst. Sie wird gesteuert über das Atemzentrum in unserem Gehirn. Das Atemzentrum reguliert die Atmung je nach Körperzustand und Situation. Je anstrengender eine Situation, desto mehr Sauerstoff benötigt der Körper. Entscheidende Fragen sind hier: Bist du wach oder schläfst du? Entspannst du dich gerade oder bist du unter Stress? Sitzt, stehst, gehst oder rennst du? Basierend auf die Anforderungen passt sich das Atemvolumen und die Atemfrequenz an.

Der Einfluss von außen auf unsere Atmung ist somit sehr hoch. Wenn wir ständig Angst haben und Stress ausgesetzt sind kann das schwerwiegende Folgen für unseren Atmungsprozess haben.
Das unsere Atmung sich an Stress anpasst kann sehr hilfreich sein, wenn wir von einem Säbelzahntiger gejagt werden. Doch das ist nicht der Fall und auf Dauer kann dies zu einer totalen Erschöpfung führen.

Atmest du in den Bauch? Leg dich auf den Rücken, setze ein Buch oder eine Hand auf deinen Bauch und schau, ob sich etwas in deinem Bauchbereich bewegt.

Effekte einer richtigen Atmung

  • natürliche „Massage“ der inneren Organe
  • Steigerung der Lungenkapazität
  • verbesserte Durchblutung, verbesserter Zellstoffwechsel
  • verbesserte Immunabwehr
  • verbesserte Verdauung
  • innere Ruhe, da tiefe und langsame Atmung von sich aus einen entspannenden Effekt hat
  • bessere Verarbeitung von Stress
  • somit eine höhere Leistungsfähigkeit

Durch Atemübungen werden auch Krankheiten der Atemwege, der Verdauung und psychische Probleme gelindert. Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsstörungen lassen sich durch gezielte Atemübungen behandeln!


Der Grund: Das Blut wird durch die Bauchatmung deutlich besser mit Sauerstoff angereicht. Dadurch bleibt dieses flüssiger und erreicht jede Stelle des Körpers auf einem deutlich effektiveren Weg. Heilungsprozesse jeder Art werden auf bester Weise unterstützt. Bei einer schlechten Brustatmung hingegen werden die Transportmechanismen empfindlich gestört.

Fünf Tipps für eine gesunde Atmung

Achte auf deine Atmung

Beobachte deinen eigene Atem: Nimm dir einige Augenblicke am Tag Zeit um dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Wie atmest du ein? Langsam und tief? Oder doch schnell und verkrampft? Wo spürst du deinen Atem?

Atme tief in den Bauch

Mehr Energie durch Bauchatmung: Die mit Abstand beste Technik um den gesamten Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Atme tief ein und entspann deinen gesamten Bauchbereich. Zieh nicht den Bauch an, spann nicht die Bauchmuskeln an.

Atme aus

Tiefes Ausatmen: Beschränke dich noch nicht nur auf den Prozess des Einatmens. Konzentriere dich auch darauf tief auszuatmen und die gesamte verbrauchte Luft abzugeben.

Atemrhytmus

Finde deinen Atemrhythmus: Atme etwa doppelt so lange aus wie ein und mache nach dem Ausatmen eine kurze Pause. Du wirst vollständig aus dem Stress und der Hektik aussteigen und eine gewisse Ruhe in deinen Atemrhythmus bringen.

Entspannung

Entspann dich. Lass die Luft durch deinen Körper ohne jegliche Anstrengung fließen.

Leichte und effektive Atemübungen

Bauchatmung für Anfänger

Lege dich auf den Rücken, entspann dich so gut es geht und schließe deine Augen. Lege eine Hand auf deinen Bauch und eine andere neben deinem Körper ab. Nun atme tief in deinen Bauch ein und aus und spüre, wie die Bauchdecke sich hebt. Du solltest nichts erzwingen, versuch auch deinen Bauch und deine Atmung möglichst locker zu lassen.

Konzentration

Halte deine Wirbelsäule möglichst gerade, am besten machst du das im Stehen oder Liegen. Lass die Arme baumeln, die Schultern locker und entspann dich. Konzentriere dich nun auf deinen Bauch. Atme tief und gleichzeitig locker ein uns aus.

Blumengriff

Diese Technik kommt aus dem Yoga. Stell dir die Blüte einer Blume direkt vor deiner Nase vor. Du willst so gut wie möglich den Duft von ihr einatmen. Gleichzeitig aber auch nicht zu schnell und stark atmen, weil die Blütenblätter sich sonst lösen.

Hauchen

Atme durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Öffne beim Ausatmen den Mund und hauch in deine Handfläche. Als ob du sie anfeuchten willst.

Lippenbremse

Atme wieder langsam durch die Nase ein und atme durch den Mund aus. Presse dabei deine Lippen leicht aufeinander, sodass weniger Luft durch deinen Mund kommt. Wiederhole das ganze einige Male.

Wechselatmung

Eine Atemübung aus dem Yoga. Atme durch die Nase langsam und tief ein und aus. Halt nun beim Einatmen beispielsweise das rechte Nasenloch zu. Beim Ausatmen wechselst du die Seite und atmest aus dem rechten wieder aus. Nun atmest du einmal wieder über die gesamte Nase ein und aus und wechselst die Seite. Halt dir beim Atmen also das linke Nasenloch zu. Beim Ausatmen lässt du das linke wieder frei und verschließt das rechte. Das Ganze mehrmals wiederholen.

Phönix

Starte in einem etwas breiteren Stand. Lass dich nach vorne fallen und atme tief dabei aus. Beim Einatmen gehst du nun wieder hoch und streckst deine Arme seitlich auf Schulterhöhe nach hinten aus. Streck dabei die Brust raus. Dann wieder ausatmen und dabei nach vorne fallen lassen.

Spannung für Entspannung

Atme langsam und tief in deinen Bauch. Spann dabei immer mehr deinen gesamten Körper an. Nicht krampfthaft, aber doch anstrengend. Dann atme langsam wieder aus und entspann dabei deinen gesamten Körper. Das Ganze circa fünf bis zehn mal wiederholen, dann einige Male ruhig ein und ausatmen – ohne Spannung.

Gute Nacht

Die oben beschriebenen Übungen solltest du für das Einschlafen anwenden. Reduziere deine Atemzüge, konzentriere dich auf die tiefe Bauchatmung und atme ein und aus. Dein Körper wird sich langsam auf den Schlaf einstellen.

Zusammenfassung

Nicht jede Übung muss auf Anhieb immer funktionieren. Übe ein bis drei Mal täglich für ungefähr zehn Minuten und du wirst bereits nach wenigen Tagen eine Verbesserung spüren.

Lass dich zudem nicht einschränken, wo du übst. Die Übungen kannst du überall und jederzeit im Alltag durchführen. Ob am Schreibtischstuhl, auf der Busfahrt, an der Warteschlange oder beim Spaziergang. Gerade an stressigen Orten kannst du lernen von der Atmosphäre dort abzuschalten und dich von dem Stress nicht anstecken zu lassen. Du wirst dich entspannter, aber auch gleichzeitig lebendiger fühlen.

Übrigens: Auch positive Emotionen haben einen großen Einfluss – Bestes Beispiel: Lachen! Die effektivste Atemübung, die es gibt.Sie lockert das Zwerchfell, du atmest tiefer und gleichmäßiger – das steigert den Sauerstofftransport. Eine weniger positive Emotion, doch ein Zeichen von Müdigkeit: Das Gähnen! Hier führen wir in den meisten Fälle automatisch eine Tiefenatmung durch. Einfach mal ausprobieren!

Sieh dich ruhig weiter um oder folge mir auf Instagram für weitere solcher Beiträge!