Realtalk: Gurus vs Wissenschaftler

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Durch das Internet hat man als Einzelner oder Gruppe die Möglichkeit, seine Gedanken und Theorien Tausenden bis hin zu Millionen von Menschen mitzuteilen. Besonders in einem riesigen Themenfeld wie der Körperlehre, dem Sport und der Ernährung ist das Potenzial unermesslich.

Täglich posten dutzende Trainer Videos und Fotos von Übungen ins Netz, Birgit lädt ihren neuen Ernährungsplan von der Frauenzeitschrift vom Kiosk nebenan hoch und Professor Dr. Dr. Breichenbecker teilt seine Theorie auf studienbasierter Evidenz mit.

Besonders drei Lager fallen hier am meisten auf. Ganz vorne, mit einer Menge Investment im Marketing und den richtigen Strategien, haben wir die unseriösen Firmen mit unseriösen Versprechen. Halbnackte Models halten beim Hashtag Detoxtea sinnlose und überteuerte Produkte für ein paar Pennies in die Kamera. JuicePlus darf immer noch dank MultiLevelMarketing sämtlichen Health Claims widersprechen und LR darf Menschen ohne großen Eigenverstand im RTL-Schwiegertocher-gesucht-Stil in den Ruin treiben.

Dagegen sprechend haben wir stark auf Studien und Wissenschaft basierende Individuen und Gruppen wie @wolf.performance.coaching, das Team von @ahead_nutrition oder mittlerweile sogar Seiten der Krankenkassen wie die @dakgesundheit (tolles Profil!), die sich gegen solche Praktiken stellen und Menschen durch ihre Dienstleistungen, Produkte und Texte weiterhelfen. ⠀
Und nochmal einen weiter haben wir Leute wie @tamayjentjens, @alexasearth, @lukebrandenburg und auch mich selbst, die euch oft unabhängig von studien- und wissenschaftsbasierten Fakten, möglicherweise sogar ein wenig darüber hinaus, von etwas anderen Theorien und vorallem Erfahrungen aus der Praxis im Bereich Training, Ernährung, aber auch Leben und Freiheit berichten.

Besonders bei letzteren beiden Gruppen gibt es gelegentlich Spannungen bei den Followern. Ich will mich mit diesem Post dazu aussprechen, beide Seiten als gleichermaßen wichtig anzusehen.

Einerseits ist es wichtig wissenschaftlich basiert zu arbeiten und zu versuchen, fundierte Strukturen in riesigen unübersichtlichen Themenfeldern aufzubauen. Den Zufall minimieren. Andererseits werden überhaupt erst anhand von Theorien und Erfahrungen Studien aufgebaut sowie durchgeführt und eine zu starke Versteifung auf Studienergebnisse schränkt schnell die Kreativität und Eigeninitiative ein.

Um wirklich effizient zu arbeiten und das Beste rauszuholen, lohnt es sich beide „Lager“ zu suchen. Auf wissenschaftlichen Grundlagen aufbauen und Erfahrungen aus der eigenen Praxis mitnehmen. ⠀
Beispiel:
Jahr 1975. Ich bring mir selbst Squats bei. Lese was von Spannung im Po und im Bauch um die LWS zu entlasten. Yes, das ist wissenschaftlich längst bewiesen. Anatomisch und durch Studien. Knackiger Po und fester Bauch = Gesunder Rücken.

Meine Erfahrung lernt mir aber, dass das nicht alles ist. Das Spannung im Beckenboden, in der gesamten faszialen Rückenlinie, die ich mir mal so ausgemalt habe, und die Aktivierung des Zwerchfells für eine deutlich höhere Stabilität sorgt. Durch Studien bewiesen? Nein. Anatomisch erforscht? Ja schon ein wenig, aber auch nicht zu 100%, besonders die Rückenlinie eher weniger. Sollte ich es deshalb lassen? Definitiv nicht, denn die Erfahrung und wissenschaftliche Basis zeigt mir, dass die Rekrutierung dieser Muskulatur im Squat durchaus Sinn macht.

Fazit: Beide Seiten haben Vor- und Nachteile, Schwarz-Weiß oder Gut und Böse existiert nicht. Lesen, eigene Meinung bilden und Erfahrungen machen!

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