Ficken Sie sich, ich duze dich lieber

3 Minuten Lesezeit

Siezen sollte nicht Teil unserer Gesellschaft sein. Hartes Statement? Find ich nicht. Lass uns doch mal hinter den Stock im Arsch schauen: Was sehen Leute als Grund hinter dem Siezen?

1. „Siezen ist ein Zeichen von Respekt.“
Stimmt das wirklich? Falls ja, wie kommt es, dass es im Amerikanischen so gut wie keine Benutzung dieser Form gibt? Fehlt da der Respekt? Natürlich nicht. Denn Respekt vor einer Person entsteht durch gegenseitige Kommunikation und Handlungen. Ich kann jemanden Siezen und ihm absolut keinen Respekt entgegenbringen, während ich jemand anderen Duze und er mein größtes Vorbild ist. Ein einzelnes Wort auszutauschen unterscheidet nicht Respekt von Respektlosigkeit und bestimmt keinen Beziehungszustand gegenüber einer anderen Person.

2. „Es gehört sich so.“
Der Klassiker. Es ist halt so fest in unserer Gesellschaft verankert, dass es nicht wegzudenken ist. Doch wie stichfest ist ein solches Argument? Wenn ich bedenke, was sich alles vor hundert Jahren ‚gehört hat‘, scheint es wohl möglich zu sein, gewisse Strukturen umzuwerfen. Alte Sitten sind eben nicht immer sinnvoll. Kultur war schon immer ein Zeitgeist.

3. „Es baut Hierarchie und Autorität auf.“
Im Sinne von „Man sagt eher ‚Du Arschloch‘ als ‚Sie Arschloch'“. Aber stimmt das? Ich würde es nämlich genau andersherum tun. Duzen baut in meinen Augen einen direktere und emotionalere Verbindung zu einem Menschen auf. Menschen welche mir näher stehen, bezeichne ich seltener als Arschloch. Hierzu fällt mir ebenfalls das Zitat an:“ Chefs, die ihre Autorität nur mit Hilfe des Sies durchsetzen können, haben ein charakterliches Problem.“

Duzen sorgt für Nähe, die Kommunikation ist auf direkter und schriftlicher Ebene deutlich unbeschwerter und die Partner sind automatisch auf dem gleichen Level.

Natürlich sieze ich auch Menschen, sobald mir eine negative Reaktion auffällt. Doch von mir ausgehend sieze ich nur fremde ältere Personen ab 60+ auf der Straße, weil diese meist zu stark von solchen Werten geprägt sind. Ebenso sieze ich anfangs bei Geschäftsmeetings – wobei hier auch das Duzen überhand nimmt. Gemeinsames Arbeiten auf Distanz macht eben auch keinen Sinn. Oder was meinst DU?

teilen
Teile dieses Wissen mit deinen Freunden:
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on linkedin

Durch die Nutzung der Website stimmst du der DSE und dem Haftungsausschluss zu. Mehr Infos.