Du bist nicht depressiv.

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Du bist nicht depressiv.

Du bist nicht depressiv, weil du mal ein paar schlechte Tage oder Wochen hast. Du bist nicht depressiv, weil du in den Wechseljahren bist oder leichte Stimmungsschwankungen hast. Du bist nicht depressiv, weil du etwas Trauriges durchlebst oder durchlebt hast und das verarbeiten musst. Du bist nicht depressiv, nur weil du keinen Bock auf die Arbeit hast oder deinen Arsch nicht hoch bekommst. Du bist nicht depressiv, weil du in der Pubertät und verunsichert bist.

Nicht alles ist eine Erkrankung. Nicht alles muss direkt vom Arzt klassifiziert werden. Im Leben gibt es gute und schlechte Phasen. Das gehört dazu. Jeder hat schlechte Wochen, sogar mal schlechte Jahre. Je nachdem wie die Umstände sind. Es wird Phasen geben, in denen du traurig bist. In denen dir nichts Freude bereitet. Es wird Phasen geben, in denen du dich als Mensch hinterfragst. Sind meine Ziele sinnvoll? Bin ich glücklich? Warum mach ich das eigentlich?

Das hat nichts mit Depression zu tun. Sei froh, dass du dir diese Fragen stellst. Sei froh, dass du dich selbst hinterfragst. So kannst du regelmäßig selbst evaluieren wo du stehst. Ob deine Ziele vor Jahren dir wirklich das Glück gebracht haben, was du dir erhofft hast. So schaffst du es, dich selbst zu organisieren und sinnvoll langfristige Ziele aufzubauen und zu erreichen.

Ich finde es toll, dass Erkrankungen der Psyche ernster genommen werden und die Welt offener darüber spricht. Nicht umsonst hab ich ein Tattoo, welches unter anderem über offenem Austausch und Hilfe in jeder Situation handelt. Doch sollten wir Traurigkeit nicht mit Depression verwechseln. Noch wichtiger ist es, irgendeine Diagnose nicht als Ausrede zu sehen. Jeder von uns kann von einem Psychotherapeuten mit etwas diagnostiziert werden. Immer mehr Kinder haben ADHS. Dann sollte es aber als Mutter nicht heißen „Mein Kind kann nichts für die schlechte Note, es hat ADHS“, sondern „Ich betreue mein Kind intensiver, denn es hat ADHS.“

Sollten dich langfristige Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug oder Gedanken zur Selbstverletzung beschäftigen, kontaktiere bitte einen geeigneten Arzt und sprich mit naheliegenden Personen deines Vertrauens.

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