Wer profitiert von Balance-Training?

Für wen eignet sich Gleichgewichtstraining? Profitieren davon nur ältere Menschen? Was gibt es zu beachten? Gibt es Nachteile? Und natürlich zu guter letzt: Wie integrierst du das Training in deinen Alltag?
Vorab: Ja, jeder profitiert von Balance-Training. Die kleine Anna, die gerade in die zweite Klasse eingestuft wurde. Die Wechselschichtlerin Tatjana, die bald ihr erstes Kind erwartet. Oder Wilfried, der Kriegsveteran, der kommenden Sonntag seinen 90. Geburtstag feiert. Denn sie alle haben was gemeinsam: Sie laufen.

"Aber was hat das mit Gleichgewichtstraining zu tun?"

Um das zu verstehen steh bitte auf. Getan? Gut. Dann geh ein paar Schritte gerade aus. Ist dir was aufgefallen? Wahrscheinlich nicht, aber genau in diesen Schritten liegt die Antwort. Schauen wir noch einmal genauer hin. Geh noch einmal ein paar Schritte nach vorn. Doch diesmal: Geh so langsam wie möglich. Merkst du jetzt was? Du bist für eine kurze Zeit nur auf einem Bein unterwegs. Ein Einbeinstand, den du täglich tausende Male vollführst. Bei diesem Einbeinstand sind über 200 Muskeln im Körper aktiv. Von kleinsten Muskeln an den Zehenspitzen bis hoch in die Halswirbelsäule.
Dein Körper passt sich bei jedem Auftreten und Abstoßen auf den Untergrund an.

Wie profitieren wir?

"Ist das Gehen dann nicht schon Training genug?​"

Ja. Aber auch leider nein. Der Großteil von uns sitzt zu viel und geht zu wenig. Experten sprechen von ‚10.000 Schritten am Tag‘, die jeder Mensch am Tag gehen soll. Mal davon abgesehen, wie viele es genau sind: Leute mit einem Bürojob gehen durchschnittlich unter 2.000 Schritte am Tag. Das das nicht gesund ist, darauf können wir uns sicher einigen. Muskeln werden schwächer, besonders die Tiefenmuskulatur an den Wirbeln lässt nach. Rückenschmerzen sind die Folge.

Aber nicht nur bei Rückenschmerzen kann das Training von Nutzen sein.
Im Allgemeinen sind Schuhe heutzutage viel zu schonend für unsere Füße. Unsere Fußmuskulatur lässt im Laufe der Zeit immer mehr nach. Auch dadurch können Schmerzen in Sprunggelenken oder Knien entstehen, weil die Stabilität fehlt. Hier kann das Gleichgewicht zu trainieren Abhilfe schaffen.

Eignet sich also auch hervorragend für ältere Menschen mit hoher Sturzanfälligkeit. Auch, wenn nicht sogar gerade für Sportler spielt das Gleichgewicht eine wichtige Rolle. Du kannst Oberschenkel haben, mit denen du Olympia-Gewichte stemmen kannst. Doch was bringt dir das, wenn du dich dennoch nicht im Ausfallschritt halten kannst? Nichts, richtig! Auch wichtig ist das Training für: Läufer, Skifahrer und Frauen, welche gerne hohe Schuhe tragen. Läufer und Skifahrer stabilisieren ihre Sprung- und Kniegelenke, welche immens wichtig für die richtige Ausführung und Sicherheit sind. Frauen reduzieren die Schäden, die durch das häufige Tragen von hohen Schuhen an Sprunggelenken entstehen können.

  • Aktivierung und Stärkung der Tiefenmuskulatur
  • Kräftigung der Rumpfmuskulatur
  • Stabilisierung vieler Gelenke im Körper
  • insbesondere Stabilisierung der Sprunggelenke und Knie
  • effektives und kurzes Ganzkörpertraining
  • verbesserte Körperhaltung
  • aktives Training bei Rücken-, Knie-, und Sprunggelenkschmerzen
  • Verbesserung der Kopf-Muskel-Verbindungen
  • vorbeugend gegen Rückenschmerzen
  • Sturzprophylaxe

Wie du dein Gleichgewicht trainierst

Auf ein Bein stellen. Das beste Balance-Training, was es gibt.
Sich auf ein Bein zu stellen erfordert eine Anpassung unseres Körpers. Wir senden dem Körper die Information

‚Hey, du willst dich jetzt auf ein Bein stellen‘.

Der Körper verarbeitet diese Informationen und gibt als Gegenvorschlag
‚Ja, gar kein Problem! Mach das ruhig, ich gleich das aus!‘.

Daraufhin werden Lenkimpulse an unsere Muskeln gegeben. Diese steuern dann unser Gleichgewicht. Das schöne an diesen Lenkimpulsen: Sie trainieren unsere Muskulatur. Sie stabilisieren unseren gesamten Körper. Von dem Sprunggelenk bis zur Halswirbelsäule. Und was das Ganze noch einfacher macht: Wir brauchen in den meisten Fällen nichts anderes als unseren Körper. Keine Hanteln, adé Geräte.

Dinge, die den Einbeinstand erleichtern, sind:​

  • freies Bein um 90° anwinkeln
  •  leicht an der Wand festhalten
  •  Punkt finden und mit den Augen fixieren
  •  Hände zum Ausgleich nutzen

Dinge, die den Einbeinstand erschweren, sind:

  • wackelige Unterlage (von Handtuch bishin zu einem Pezziball)
  •  Arme ausschalten (hinter den Rücken bringen)
  •  Augen schließen, oft blinzeln, Blickrichtung dauernd wechseln
  •  Ablenkung (Ball gegen Wand werfen und wieder fangen)

Und was das Ganze noch besser macht: Du kannst absolut nichts falsch machen und es gibt keine Nachteile! Du solltest nur darauf achten, die Übung nicht zu schwer und nicht zu einfach zu machen.

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